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- Ein Exemplar des gedruckten Abfall-Kalenders 2026 für Neunkirchen-Seelscheid
Die (weitgehende) Einstellung des gedruckten Abfall-Kalenders im Rhein-Sieg-Kreis hat - je nach Sichtweise - für Verständnis, aber auch für erhebliche Kritik gesorgt. Viele können sich mit rein digitalen Versionen in Form von Online-Kalender, Smartphone-App, Mail-Benachrichtigung oder Push-Nachricht nicht anfreunden. Nicht wenige haben auch gar keine technischen Voraussetzungen dafür.
Schon jetzt ist abzusehen, daß die Nachfrage nach gedruckten Kalendern in den Rathäusern um den Jahresbeginn herum hoch war und noch ist (wir berichteten bereits). Wie viele Bürger/innen sich darüber hinaus mit der Bitte um Zusendung von Ausdrucken ihrer individuellen Abfuhrtermine bereits an die 'RSAG' selbst gewandt haben, kann das kreiseigene Unternehmen nicht beziffern, dies sei noch nicht ausgewertet.
Die 'RSAG' betont auf Anfrage ausdrücklich, daß seitens des Unternehmens keine Ankündigung herausgegeben worden sei, daß es keine gedruckten Exemplare mehr gibt, es sei nur von einer "Einstellung der Verteilung" gesprochen worden. Der auffällige Aufdruck "Zum letzten Mal gedruckt ..." auf dem Vorjahres-Kalender sowie ein Anzeigenmotiv "Den Abfallkalender 2026 gibt's jetzt nur noch digital !" in großen Lettern erwecken dagegen einen anderen Eindruck.
Nur im Kleingedruckten hieß es im 2025er-Kalender "Für Sie liegen zur Jahreswende 2025/26 kleine Mengen gedruckter Terminplaner zur Abholung bereit." Wo es diese geben wird, wurde jedoch nicht erwähnt. Wir konnten nur in einer einzigen Anzeige - auch dort nur im Kleingedruckten - den zielführenden Hinweis finden : "Geringe Druckauflage ab Anfang Dezember auf den RSAG-Entsorgungsanlagen ausliegend."
Unverständlich ist dabei, daß die 'RSAG' nun behauptet, "es gibt allerdings keine Neuauflage des Abfallkalenders 2026, sondern eine Art Terminplaner mit einem Straßenverzeichnis und dem Kalendarium". Warum aber trägt die aktuelle Ausführung dann - wie in den Vorjahren - den großformatigen Titel "ABFALLKALENDER 2026" und ist wie gewohnt aufgebaut ?
Der Verzicht auf einen gedruckten Abfall-Kalender beziehungsweise dessen Verteilung wird unter anderem mit Kosteneinsparungen begründet. Doch wie groß fällt diese Ersparnis tatsächlich aus ? Die Kosten der Vorjahres-Ausgabe 2025 für die Herstellung und die Verteilung der Kalender gibt die 'RSAG' auf Anfrage mit rund 95.000 Euro an. Dies entspricht - umgerechnet auf die Gesamtauflage von 335.000 Exemplaren - einem Stückpreis von nur gut 28 Cent - wohlgemerkt inclusive Verteilung. Angesichts von zumeist mehreren hundert Euro Jahresgebühren pro Haushalt sicherlich kein unangemessen hoher Preis für den Kunden- oder besser Bürgerservice.
Der Einsparung müssen zudem andere entstehende Kosten gegenübergestellt werden. Denn auch für die anfallenden Telefonate bei Nachfragen, die daraufhin individuell angefertigten Ausdrucke und deren Postversand entstehen Material- und Versandkosten sowie sicherlich nicht unerhebliche Personalkosten - sowohl bei der 'RSAG', als auch in den Rathäusern. Die dafür zu erwartenden Kosten könne man noch nicht beziffern, informiert die 'RSAG' auf Nachfrage. Zeitaufwand und Kosten werden dagegen auf die Bürger/innen verlagert.
Bleibt der Umweltaspekt - die vielfach kommunizierte Ersparnis von Papier, Energie und Transportwegen. Doch dieser muss ebenfalls relativiert werden : Auch für die individuellen Ausdrucke - ob auf Anforderung oder in den Haushalten selbst - wird Papier benötigt. Und wer einen der gedruckten Kalender abholen will, muss teils weite Fahrten zu einem der vier Wertstoffhöfe im Kreisgebiet oder der Unternehmenszentrale in Siegburg-Zange zurücklegen. Nebenbei : die notwendige Energieerzeugung für die Server wie auch die Nutzung der Digital-Versionen muss ebenfalls berücksichtigt werden.
Selbst wer einen der neuen gedruckten Abfall-Kalender ergattert hat, ist dennoch zusätzlich auf digitale Wege angewiesen. In der aktuellen Übersicht fehlen nämlich wichtige Angaben. Nicht enthalten sind die Termine der Besuche des "Schadstoff-Mobils" und des "Elektro-Kleinteile-Mobils" in der jeweiligen Kommune. Trotz der Reduzierung des Umfangs der Druckversion von zwölf auf acht Seiten wäre genug Platz dafür gewesen, etwa wenn man eine ganzseitige Eigenanzeige auf der Rückseite auf eine halbe Seite beschränkt hätte - so wie bei der Vorjahres-Ausgabe.
In Pressemitteilungen der 'RSAG' wurde der gedruckte Kalender für 2026 übrigens gar nicht erwähnt. Auf deren Website ist ebenfalls keinerlei Hinweis auf die aktuellen Druckexemplare zu finden. In den Rathäusern sind die eigens gedruckten Kalender bis heute nicht erhältlich - sie werden in Schränken in Büros der Entsorgungsanlagen "versteckt". Aufgrund dieser unzureichenden Information über das bloße Vorhandensein der Druckversion für 2026 sowie den notwendigen Aufwand weiter Wege zur Abholung in den Wertstoffhöfen wird die Nachfrage aktiv unterdrückt.
Wenn die Zahl der Anfragen der Bürger/innen in den Rathäusern - wie schon im Vorfeld zu erwarten war - derzeit sehr hoch ist, warum ist die vorhandene Druckauflage für 2026 - laut 'RSAG' kreisweit insgesamt 40.800 Stück - dort nicht verfügbar ? Dies begründet das Unternehmen damit, daß die Nachfrage nach Abfallkalendern in den Rathäusern in den letzten Jahren zurückgegangen sei. Dies verkennt jedoch, daß die bislang flächendeckende Verteilung eine zusätzliche Nachfrage nach Kalendern praktisch unnötig machte. Diese Exemplare wurden nur in Ausnahmefällen, etwa von Neuzugezogenen, benötigt.
Mit einer ähnlichen Argumentation hält man sich nun die Option einer kompletten Einstellung der Druckversion in der Zukunft offen. Ob es 2027 wieder eine kleine Teilauflage der Abfall-Kalender in gedruckter Form geben wird ? "Wir werden intern die Zahlen und Prozesse genau analysieren und uns im Laufe des Jahres überlegen, wie wir in 2027 verfahren werden", so die 'RSAG' auf Nachfrage.
Fehlende Kenntnis der Verfügbarkeit einer Druckversion und eine daraus resultierende geringe Nachfrage in 2026 kann somit den kompletten Verzicht auf gedruckte Exemplare in der Zukunft rechtfertigen, obwohl der Bedarf vorhanden ist. So ist die Einstellung der Verteilung an alle Haushalte noch verständlich, um Papiermüll einzusparen. Viele aber können oder wollen auf den Papierkalender nicht verzichten. Eine Möglichkeit der Abholung in den Rathäusern oder Bürgerbüros wäre dabei eine kostensparende und für die Kunden / Gebührenzahler tragbare Lösung. (cs)
Ältere Meldungen zum Thema :
Und es gibt sie doch : Abfallkalender für das Jahr 2026
06.01.2026 - Vor zwei Tagen berichteten wir über mehr oder weniger geeignete Alternativen nach der Einstellung des gedruckten und flächendeckend im Kreisgebiet verteilten Abfallkalenders. Doch die grundlegende Information war unzutreffend. Es gibt nämlich doch - nun achtseitige - Kalender im üblichen Format mit den Abfuhrterminen der jeweiligen Kommunen. Allerdings wurde dies von der 'RSAG' nicht kommuniziert. Auch in den Rathäusern, so ergaben Anfragen, war man noch gestern überrascht über deren Existenz.
Dabei sind es gerade die Infotheken der Rathäuser, die derzeit eine Vielzahl von Anfragen nach den Kalendern erhalten. Nicht nur ältere Menschen, die teilweise nicht über die nötige technische Ausstattung verfügen, seien an einer Papier-Ausführung interessiert. Auch andere würden eine gedruckte Information statt App oder Online-Kalender bevorzugen. Von der 'RSAG' habe man aber nur ein Plakat zum Aushängen mit Hinweisen auf die digitalen Formen bekommen. Die vorgedruckten Abfallkalender sind in den Rathäusern bislang nicht erhältlich.
Um einen solchen zu bekommen, muss man einen der Wertstoffhöfe der 'RSAG' in Troisdorf-West, Sankt Augustin-Niederpleis, Eitorf oder Swisttal aufsuchen und explizit danach fragen. Wie Personen ohne geeignetes Verkehrsmittel zu den abgelegenen Standorten kommen sollen, ist fraglich. Auch, warum die Rathäuser für entsprechende Anfragen nicht bestückt wurden, obwohl die neuen Kalender schon seit Wochen verfügbar sind. Unbekannt ist derzeit auch deren Auflage. Anfragen zur Thematik an die 'RSAG' wurden gestellt. Sobald Antworten vorliegen, werden wir nachberichten. (cs)
Alternativen nach Einstellung des gedruckten Müllkalenders

- Schon im Vorjahr wurde die Abschaffung des gedruckten Müllkalenders angekündigt
04.01.2026 - Wer die Termine der Restmüll-, Papier-, Wertstoff- und Biomüll-Abfuhr im neuen Jahr erfahren will, ist auf Eigeninitiative angewiesen. Den gewohnten Abfall-Kalender, der bislang jährlich in gedruckter Form an die Haushalte verteilt wurde, gibt es nicht mehr. Diese Fassung wurde von der 'RSAG' ersatzlos gestrichen. Auch Forderungen, wenigstens eine Kleinauflage zur Abholung bereitzustellen, wurden nicht erfüllt.
Als Ersatz wird von der 'RSAG' nur auf digitale Angebote verwiesen : den Download einer App mit den eigenen Terminen, einen Erinnerungs-Service per E-Mail oder die Möglichkeit, sich seine individuellen Abfuhrtermine auf der Website unter
www.rsag.de/abfallkalender/abfuhrtermine zu generieren und auszudrucken. Dafür ist man allerdings auf Computer, Tablet oder Smartphone angewiesen. Außerdem funktioniert es mit älteren Versionen mancher Betriebssysteme nicht.
Wer mangels technischer Ausstattung keine Möglichkeit dazu hat, der oder dem eröffnen sich zwei andere Möglichkeiten : In den Bürgerämtern der Kommunen wird teils der Service angeboten, die Abfuhrtermine auszudrucken, wenn man seine Straße, die Tonnen-Ausstattung und jeweiligen Abfuhr-Rhythmen angibt. Zudem kann man sich mit diesem Wunsch an die Kundenberatung der 'RSAG' wenden. Sie ist unter der Telefon-Nummer 02241 / 306306 erreichbar. Ob eine postalische Zusendung der individuellen Termine möglich ist, ist derzeit nicht bekannt. (cs)









